Der Essay analysiert Accounting nicht als technische Infrastruktur oder ideologisches Überbauphänomen, sondern als ontologisches Dispositiv spätkapitalistischer Ordnung. Ausgangspunkt ist die These, dass sich das Kapital in dem Maße entleert, in dem Geld, Markt und Eigentum ihre substanzielle Referenz verlieren und zu reinen Zirkulations- und Zugriffsformen werden. Accounting reagiert auf diese Verdampfung nicht mit Rückzug, sondern mit Verdichtung: Es simuliert Substanz, wo keine mehr vorausgesetzt werden kann, und hält die Fortsetzbarkeit ökonomischer Prozesse aufrecht.
Im Zentrum steht die Verschiebung von Repräsentation zu Parametrisierung. Die Bilanz fungiert nicht länger als Abbild ökonomischer Realität, sondern als Minimalontologie, in der Existenz durch Ausweis erzeugt wird. Wahrheit, Wert und Verantwortung verlieren ihren normativen Status und werden durch Stabilität, Konformität und Funktionalität ersetzt. Regulierung, Ratings, Fair-Value-Modelle und algorithmische Steuerungsformen erscheinen dabei als Reanimationsmaschinen eines Kapitals, das nur noch als Prozess existiert.
Der Text verzichtet bewusst auf normative Kritik oder Reformperspektiven. Stattdessen beschreibt er eine post-repräsentative Ökonomie, in der Abschluss, Entscheidung und Ereignis durch kontinuierliche Anpassung ersetzt werden. Accounting erweist sich darin als letzte Metaphysik des Kapitals: nicht als Erkenntnisinstrument, sondern als operative Bedingung von Sein. Das Ende der Buchhaltung markiert keinen Ausweg, sondern die Schwelle zu anderen, noch dichteren Formen der Parametrisierung.